Infoveranstaltung „Diagnose Demenz – was nun?“, am 09.11.2017 in der FFC-Stiftung

Im Alter gut versorgt in den eigenen vier Wänden wohnen!
Nach einer aktuellen Prognose der Bevölkerungsentwicklung werden in Essen bis 2030 etwa 20 Prozent mehr Menschen leben, die 80 Jahre und älter sind. Viele Senioren leben alleine und wollen auch in Zukunft nicht ins Altersheim.

Viele ältere Menschen über 60 Jahren leben nicht nur alleine, sie sind auch die meiste Zeit alleine, etwa weil der Partner verstorben ist oder weil die Kinder weit weg wohnen oder wenig Zeit haben. Und nicht jeder hat Nachbarn, die mal zum Kaffee kommen, gelegentlich aushelfen, die Einkäufe hochtragen oder vielleicht sogar mal eine Kiste Mineralwasser besorgen.
Um trotzdem so lange wie möglich selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben können, braucht es Strukturen, die helfen, den Alltag zu stemmen und die Versorgung zu gewährleisten.
Hier kommt das Steeler Projekt NAEHE ins Spiel. Die Abkürzung steht für das „Netzwerk zur Absicherung der Versorgung in der eigenen Häuslichkeit in Essen“. Das Netzwerk hat die AOK Rheinland/Hamburg initiiert. „Wir wollen helfen, die Versorgung zu gewährleisten und das Leben zu Hause ein Stück weit zu erleichtern“, sagt Marno Dördelmann von der AOK, der für den Bereich Pflege zuständig ist. Zusammen mit derzeit 45 Partnerunternehmen bietet das Steeler Netzwerk seit drei Jahren Hilfen in der pflegerischen, medizinischen, sozialen und hauswirtschafltlichen Versorgung sowie beim Thema Mobilität, Wohnungsbau oder Begleitung und Betreuung. Die AOK übernimmt dabei die Rolle der Koordinierungsstelle.
Zu den Partnern gehören zum Beispiel Pflegeheime, Demenzbetreuer, Spaziergangspaten, Sanitätshäuser und Apotheken, aber auch Bringdienste und Handwerksdienstleister. Die Netzwerkpartner treffen sich einmal im Quartal, um Themen oder Verbesserungen zu besprechen.

Infoveranstaltung am 9. November

Zudem gibt es regelmäßig Informationsveranstaltungen für Senioren in Steele. Die nächste findet am am Donnerstag, 9. November, um 16 Uhr in der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung, Paßstraße 2, statt, und zwar zum Thema „Diagnose Demenz – was nun?“. Demenzexperte Prof. Dr. Rolf Diehl vom Alfred-Krupp-Krankenhaus steht hier für Fragen zur Verfügung insbesondere für betroffene Angehörige. „Deshalb möchte das Netzwerk eine Betreuungsmöglichkeit anbieten, damit alle die Möglichkeiten haben, die Veranstaltung zu besuchen, während die Demenzerkrankten versorgt werden“, erklärt Dördelmann. Dafür ist jedoch eine verbindliche Anmeldung notwendig (per E-Mail an pflegestuetzpunkt-essen@rh.aok.de).
Die Besucher der Infoveranstaltung erwartet kein Fachvortrag, sondern eine Art „Markt der Möglichkeiten“. Dördelmann: „Die Leistungserbringer stellen sich hier vor und es können in lockerer Runde Fragen gestellt werden.“Das Netzwerk möchte zeigen, dass es darum geht, kurfristig unbürokratische Hilfe zur Verfügung stellen zu können, indem alle Beteiligten, die sich um die Versorgung von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen kümmern, zusammenarbeiten. Es geht um ein vertrauensvolles Miteinander, in dem es uns wichtig ist, dass nicht jeder nur „seinen“ Job macht, sondern auch andere Bedarfe wahrnimmt und darauf reagieren kann. „Wir wollen eine Kultur des Hinsehens schaffen, in der die Kooperationspartner und Netzwerkteilnehmer sich gegenseitig unterstützen, entsprechend der Bedarfe“, so Marno Dördelmann.

Eine Kultur des Hinsehens schaffen

Das Versorgungsnetzwerk bietet Beratung und verknüpft Hilfsangebote aus den verschiedenen alltäglichen Lebensbereichen. Außerdem unterstützt es Senioren und Angehörige dabei, Hilfe zu finden, nennt Kontaktadressen und informiert über neue Angebote in Essen-Steele. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Essen, der AOK Rheinland/Hamburg, der IKK Classic, der Knappschaft, der Novitas BKK sowie der PKV.