Zeitleiste
der Fürstäbtissin Franziska Christine
&
der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung

16.05.1696

Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach, die spätere Fürstäbtissin der kaiserlich-freiweltlichen Stifte Essen und Thorn (Thorn bei Roermund/ Niederlande) wird in Sulzbach/Oberpfalz geboren.

1701

Franziska Christine wurde im Alter von fünf Jahren in Obhut des Stiftes Thorn gegeben, um dort eine standesgemäße Erziehung zu erhalten.

31.05.1717

Franziska Christine wird zur Fürstäbtissin von Thorn gewählt.

15.10.1726

Franziska Christine wird zur Fürstäbtissin von Essen gewählt.

1763

Gründung der Stiftung eines „Hochfürstlichen Waysenhaußes“ aus eigenem Besitz für eltern- und mittellose Kinder.

31.01.1764

Grundsteinlegung für das Waisenhaus vor den Toren der selbständigen Stadt Steele.

04.12.1769

Einzug der ersten Kinder (sechs Mädchen und zehn Jungen) ins Waisenhaus. Es wurde errichtet für 30 Kinder (15 Mädchen / 15 Jungen) und galt damals als eines der besteingerichteten Waisenhäuser. Von Anfang an erfolgte die Abhaltung eines regelmäßigen Schulunterrichtes durch zwei qualifizierte Lehrpersonen. Außerdem wurde für eine Ausbildung und eine Aussteuer gesorgt.

28.08.1770

Einweihung der Stiftskirche.

24.09.1775

Die Stifterin erwirbt das Rittergut Henrichenburg vom Freiherrn von Böhnen für 108.000 Reichstaler, um die wirtschaftliche Grundlage des Waisenhauses langfristig zu sichern. Henrichenburg ist heute Teil der Stadt Castrop-Rauxel.

15.09.1775

Änderung der Stiftungsurkunde: Die Stiftung sollte „keine geistliche Fundation“ sondern „der Äbtissin und ihren Nachfolgerinnen als weltliche Fürstinnen untergeben“ sein.

16.06.1776

Die Stifterin stirbt kurz vor ihrem 50. Regierungsjubiläum als Fürstäbtissin von Essen. Ihre letzte Ruhestätte fand Franziska Christine in der Kapelle des Waisenhauses in Steele.

1776-1802

Die letzte Essener Fürstäbtissin Maria Kunigunde kümmerte sich ebenfalls um die Waisenhausstiftung, hat das Haus aber selbst nie besucht. Sie machte sich insbesondere für die Schulausbildung verdient, indem sie Elemente der Koblenzer Schulreform mit neuen Unterrichtsmethoden und Konzepten einführte.

1802

Auflösung des Stiftes Essen. Als weltliche Stiftung wurde aus dem „Hochfürstlichen Wayßenhaus“ nun ein „Königliches Waisenhaus“. Für die Aufsicht zuständig war der letzte Essener Vogt, der König von Preußen.

1882

Die Schule der Stifterin wird mit öffentlichen Schulen gleichgestellt.

1939-1972

Während des 2. Weltkrieges und in den Nachkriegsjahren übernehmen zeitweise Ordensschwestern die erzieherische und hauswirtschaftliche Betreuung der Kinder.

1958

Im Schulhaus im Garten der Stiftung wird eine Förderschule für 30 Kinder (1965 sind es 90 Schüler) von Spätaussiedlern zur Unterrichtung in der deutschen Sprache und anderen Elementarfächern eingerichtet. Später wurden auch Teile des Kinderheimes als Förderschulinternat genutzt.

1959

Der Diözesan-Caritasverband Essen errichtet im Ostflügel des Stiftungsgebäudes ein Seminar für Wohlfahrtspfleger (später: Private Höhere Fachschule für Sozialarbeit Essen), das 1961 zum Burgplatz verlegt wurde.

1972-1973

In dieser Zeit erfolgte der Aufbau familienorientierter Gruppen, in der Mädchen und Jungen, Kinder und Jugendliche zusammen leben und von Erzieherinnen und Erziehern betreut werden.

1975

Erwerb des „Bischof-Ketteler-Hauses“ (Beulestr. 8-10) als Seniorenwohnungen, in der Folge wurden 1977 das „Vincenz-Palotti-Haus“ (Hertiger Str. 1) und 1983 das Clemens-Maria-Hofbauer-Haus“ (Steeler Str. 600) errichtet.

1976

Innerhalb der Gruppen und Außenwohnungen wurden Einzelzimmer für die älteren Jugendlichen eingerichtet.

16.06.1976

Zum 200.Todestag der Stifterin findet ihr zu Ehren eine Jahrhundertfeier mit Ruhrbischof Dr. Franz Hengsbach statt. Es erscheint die Festschrift: „Unsere Mutter die Fürstin“.

1980

Eine pädagogische Fachkraft wurde für die außerschulische Lernförderung eingestellt.

1983

Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychologie Essen, im Rahmen des „Modellprogramm: Psychiatrie-Übergangsplätze für psychisch kranke Jugendliche nach Klinikaufenthalt.

1983

Im Rahmen des „Betreuten Wohnens“ werden für ältere Jugendliche und junge Erwachsene kleine Wohnungen eingerichtet.

03.01.1984

Auf dem Gelände der Stiftung wird die erste Altenpflegestation eröffnet, eine zweite Station mit zwölf Plätzen im Stiftungsgebäude folgt im Jahr 1988.

15.10.1986

In der Hochstraße wird die erste Außenwohngruppe der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung eröffnet. Es folgen im Jahr 1988 die Außenwohngruppen in der Villa Anderle, Steeler Str. 595 und 1991 in der Villa Vosswinkel, Steeler Str. 593.

1987

Für die jungen und alten Bewohner der Stiftung wird in Meinerzhagen im Sauerland das Haus „Maria Frieden“ für Wochenend- und Ferienaufenthalte erworben.

01.10.1988

Die erste von insgesamt drei heilpädagogischen Gruppen wird eröffnet.

1991

Einrichtung eines psychologischen Dienstes im Kinderheim.

1995

Die Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung übernimmt die Trägerschaft des Maximilian-Kolbe-Hauses. Dieses Kurzzeit-Pflegeheim wurde vom Ortscaritasverband auf dem Gelände der Stiftung in Erbbaurecht errichtet und am 26. Sept. 1985 eröffnet. Der erste Gast kam im Juni 1985.

1995

Die Außenwohngruppe M 2 wird umgewandelt in das Angebot einer Verselbständigungsgruppe. Die Jugendlichen wohnen in Apartments bzw. kleinen Wohnungen.

16.05.1996

Zum 300. Geburtstag der Stifterin wird in einem Pontifikalamt und in einem Festakt das Lebenswerk der Franziska-Christine u. a. durch Ruhrbischof Dr. Hubert Luthe und Landesinnenminister Franz Josef Kniola gewürdigt. Aus diesem Anlass wurde die umfangreiche Festschrift „Franziska-Christina – unsere Mutter“ erstellt.

16.05.1999

Das Neue Stiftshaus an der Paßstr. 2 (Seniorenwohnungen) ist fertig gestellt. Der Festsaal wird zu einem Ort der Begegnung. Neben regelmäßigen Stammtischen der Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenwohnungen dient er Veranstaltungen verschiedenster Art für alle großen und kleinen, jungen und alten Stiftungsmenschen.

24.06.2000

In Ciacova/Rumänien wird das Fancesca Kinderheim für 12 ehemalige Straßenkinder aus Temeswar, das aus Spendenmitteln des Fördervereins für Kinder in Not-Rumänienhilfe e.V. errichtet wurde, im Beisein von Jugendlichen und Mitarbeitern der Stiftung eröffnet.

22.11.2000

Einweihung der Tagespflege am Maximilian-Kolbe-Haus durch Ruhrbischof Dr. Hubert Luthe. Der neu errichtete Anbau an der Paßstr. 4 bietet bis zu zwölf Tagesgästen eine kontinuierliche Betreuung an.

2003

Die Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung und der Allgemeine Sozialdienst der Stadt Essen, Bezirksstelle Steele, errichten ein gemeinsames Beratungsbüro in der Beulestr. 8-10. Auf diese Weise erfolgt die Betreuung und Begleitung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die mittlerweile ins Bischof-Ketteler- Haus eingezogen sind, noch kontinuierlicher. Das Jugendamt hat im Hause eine Jugendwohnung eingerichtet.

2004

Innerhalb des Stiftsgebäudes wird eine Sonderschulklasse der Jakob-Muth-Schule, Schule für Erziehungshilfe, als außerschulischer Lernort eingerichtet. Auf diese Weise ist es möglich, Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die in einer (heilpädagogischen) Kindergruppe der Stiftung leben, eine intensive und individuell abgestimmte schulische Förderung zu ermöglichen.

01.10.2004

Die Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung übernimmt die Trägerschaft des Matthias-Sommer-Hauses vom Ortscaritasverband Essen. Bereits seit 1996 befindet sich die Notaufnahmegruppe mit acht Plätzen und zwei Notbetten in angemieteten Räumlichkeiten in der Stiftung.

06.01.2007

Die Intensivgruppe für heranwachsende Jungen (IG 1) nimmt ihre Arbeit im Gelände des Kinderheimes auf. Es werden sechs Plätze (Aufnahmealter beträgt 12-14 Jahre) mit einem Betreuungsschlüssel von 1:1 angeboten.

02.06.2007

Segnung des Maximilian-Kolbe-Hauses zum Abschluss der Umbaumaßnahmen in der Kurzzeitpflege. Nach gut zwanzigjährigem Bestehen war der Umbau des Maximilian-Kolbe- Hauses und somit eine Anpassung an die Anforderungen für eine qualifizierte Kurzzeitpflege erforderlich. Es stehen nun sechszehn Einzelzimmer und vier Doppelzimmer zur Verfügung. Zentraler Ort und Mittelpunkt ist im Erdgeschoss die große Wohnküche, die zum Beisammensein, zur Geselligkeit und zur Beschäftigung einlädt.

31.12.2007

Im Rahmen einer Umstrukturierung wird die Jungengruppe K 1 aufgelöst. Die Regelgruppe M 1 (9 Mädchen und Jungen im Alter von 9 – 17 Jahren) zieht aus dem Stiftungsgebäude in die AWG Villa Vosswinkel und schafft somit Platz zur Erweiterung des Matthias-Sommer-Hauses.

01.01.2008

Die Kindernotaufnahme Matthias-Sommer-Haus, seit 2004 in Trägerschaft der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung, wird um eine Gruppe erweitert. Nunmehr stehen für die Kinder zwei Gruppen mit jeweils neun Plätzen zur Verfügung. Es ist so möglich, die Kinder altersgerecht in den jeweiligen Gruppen zu betreuen.

01.01.2009

Die Boje-gemeinnützige katholische Jugendsozialarbeit Essen GmbH übernimmt den Geschäftsbetrieb der „Boje-Jugendberufshilfe des katholischen Jugendamtes Essen“ (in Trägerschaft des Gemeindeverbandes der katholischen Kirchengemeinden der Stadt Essen). Am 29. Juli 2008 wurde die gemeinnützige GmbH gegründet, um die Aufgaben der Boje weiterzuführen. Die Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung ist alleiniger Gesellschafter der gGmbH. Die Boje ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII.

01.04.2009

Die Tagesgruppe mit heilpädagogischem Schwerpunkt für zehn Kinder (Aufnahmealter von 6-10 Jahren) wird in der Elisenstraße eröffnet und erweitert somit das Angebot des Kinderheimes.

16.04.2010

In Meinerzhagen wird von der Stiftung die Erlebnis-Trophy zum ersten Mal in Meinerzhagen ausgerichtet, an der sechs Einrichtungen der Jugendhilfe teilnehmen. Bereits seit Jahren beteiligen sich mehrere Gruppen der Stiftung an diesem erlebnispädagogischen Wettbewerb.

01.06.2011

52 Seniorinnen und Senioren beziehen das neue Pflegeheim im Gelände der Stiftung. Während der Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen waren 20 Bewohnerinnen und Bewohner und ihre Betreuerinnen und Betreuer für 9 Monate zu Gast im Marienheim Essen-Überruhr. Unsere überschaubaren Wohngruppen Altfrid und Eligius mit insgesamt 44 Einzel- und 4 Doppelzimmern sind hell, freundlich und einladend gestaltet. Nachdem auch die letzten Spuren der Baustelle und Umbaumaßnahme im Gelände beseitigt wurden, kann das gewohnte Miteinander von Groß und Klein, Jung und Alt im Park und auf dem Platz vor dem Pflegeheim in gewohnter Weise weitergehen.

29.08.2011

Die erste „sozialpädagogische Lebensgemeinschaft“ (SPLG) in Trägerschaft der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung nimmt einen 11-jährigen Jungen in ihre Familie auf.

01.08.2013

Die Intensivgruppe für heranwachsende Jungen (IG 1) zieht in die neue Außenwohngruppe in der Hertigerstr. 13, nachdem das Haus für die sechs Jungen und ihre Betreuer entsprechend umgebaut wurde.

März 2017

Seit nunmehr fast 250 Jahren ist die Stiftung Heimat für junge und auch alte Menschen. Um diese fast 250-jährige Erfolgsgeschichte zu unterstützen, gründete sich im März 2017 der Förderverein der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung e.V.. Die Aufgaben des Fördervereins sind die Förderung denkmalpflegerischen Maßnahmen der Stiftungsgebäude und zugleich auch im Bereich der Jugend- und Altenhilfe besondere, aber nicht ausreichend finanzierte Angebote zu ermöglichen.

2019

Anlässlich des 250. Jubiläumsjahres des ersten Einzuges von Kindern in die Stiftung, begehen die großen und kleinen Stiftungsmenschen ein ganzes Jahr lang viele Jubiläumsaktionen.

06.01.2019

Die Stiftskapelle wird zur Restaurierung für vier Monate komplett geschlossen. Nach der letzten großen Renovierungsmaßnahme in den 1960er Jahren ist ein grundlegender Innenanstrich mit neuer Farbgebung dringend erforderlich. Bei dieser Gelegenheit ist eine Putz- und Risssanierung ebenso wie eine Instandsetzung der technischen Anlagen und eine Überarbeitung des Holzwerkes sowie der Böden geplant. Neue Lichtinstallationen werden den Altären zu neuem Glanz verhelfen.

14.04.2019

Die Kapelle wird nach der Restaurierung am Palmsonntag mit vielen Gästen wieder eröffnet und erstrahlt im neuen Glanz.